Glossar
Wichtige Begriffe aus Bau und Handwerk, Baustelle, Abrechnung und Büro – kurz und verständlich erklärt.
VOB – Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen
Die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) ist ein dreiteiliges Regelwerk, das die Vergabe und die vertragliche Abwicklung von Bauleistungen in Deutschland standardisiert. Sie gilt nicht automatisch, sondern muss ausdrücklich vereinbart werden.
GoBD – Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Datenverwaltung
Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) sind Verwaltungsanweisungen des Bundesfinanzministeriums. Sie legen fest, wie digitale Buchführungsunterlagen und Belege korrekt aufzuzeichnen, zu speichern und aufzubewahren sind.
Aufmaß
Das Aufmaß ist die messtechnische Ermittlung der tatsächlich erbrachten Bauleistung am Objekt. Es bildet die Grundlage für die Abrechnung und muss nachvollziehbar und prüfbar dokumentiert sein.
Abschlagsrechnung
Die Abschlagsrechnung ist eine Zwischenrechnung, die der Auftragnehmer für bereits erbrachte Teilleistungen stellt, bevor die Gesamtleistung abgeschlossen ist. Sie dient der Liquiditätssicherung und ist nach BGB und VOB/B zulässig.
Regiebericht
Der Regiebericht (auch Regieschein) ist ein Nachweis über geleistete Arbeitsstunden, eingesetztes Material und verwendete Geräte bei Regiearbeiten. Er dient als Grundlage für die Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand.
Skonto
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass, den ein Auftraggeber erhält, wenn er eine Rechnung innerhalb einer vereinbarten Frist bezahlt. Es dient als Anreiz für schnelle Zahlung und verbessert die Liquidität des Auftragnehmers.
Nachtrag
Ein Nachtrag ist eine Ergänzung oder Änderung eines bestehenden Bauvertrags, durch die zusätzliche oder geänderte Leistungen beauftragt und vergütet werden. Nachträge entstehen, wenn der vereinbarte Leistungsumfang überschritten oder geändert wird.
Gewährleistung
Die Gewährleistung (Mängelhaftung) verpflichtet den Auftragnehmer, nach der Abnahme auftretende Mängel seiner Leistung zu beseitigen. Fristen und Umfang richten sich nach BGB oder – bei Vereinbarung – nach VOB/B.
Abnahme
Die Abnahme ist die Erklärung des Auftraggebers, dass er die erbrachte Leistung als vertragsgemäß akzeptiert. Mit der Abnahme geht die Gefahr auf den Auftraggeber über, beginnt die Gewährleistungsfrist und wird der Vergütungsanspruch fällig.
Bautagebuch
Das Bautagebuch ist eine tägliche Dokumentation des Baufortschritts, der eingesetzten Mitarbeiter, des Wetters, besonderer Ereignisse und Anweisungen auf einer Baustelle. Es dient als Beweismittel bei Streitigkeiten über Leistungen, Verzögerungen oder Mängel.
Mängelanzeige
Die Mängelanzeige (Mängelrüge) ist die schriftliche Mitteilung des Auftraggebers an den Auftragnehmer, dass eine erbrachte Leistung Mängel aufweist. Sie löst die Pflicht zur Nacherfüllung aus und ist Voraussetzung für weitere Gewährleistungsansprüche.
Stundenverrechnungssatz
Der Stundenverrechnungssatz (SVS) ist der Preis, den ein Handwerksbetrieb für eine Arbeitsstunde berechnet. Er muss alle Kosten des Betriebs decken und einen angemessenen Gewinn enthalten.
Nachkalkulation
Die Nachkalkulation ist die abschließende Gegenüberstellung der geplanten (Vorkalkulation) mit den tatsächlich entstandenen Kosten eines Projekts. Sie zeigt, ob ein Auftrag profitabel war und wo Kalkulations-Abweichungen entstanden sind.
Schlussrechnung
Die Schlussrechnung ist die abschließende Gesamtabrechnung nach Fertigstellung einer Bauleistung. Sie umfasst alle erbrachten Leistungen, verrechnet geleistete Abschlagszahlungen und stellt den noch offenen Betrag dar.
Sicherheitseinbehalt
Der Sicherheitseinbehalt ist ein prozentualer Einbehalt vom Werklohn, den der Auftraggeber zur Absicherung von Mängelansprüchen einbehält. Er wird üblicherweise nach Ablauf der Gewährleistungsfrist oder gegen Vorlage einer Bürgschaft ausgezahlt.
Leistungsverzeichnis (LV)
Das Leistungsverzeichnis (LV) ist eine strukturierte Aufstellung aller für ein Bauvorhaben erforderlichen Leistungen mit genauen Beschreibungen, Mengenansätzen und Einheiten. Es bildet die Grundlage für Angebote und die spätere Abrechnung.
HOAI – Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
Die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ist eine Verordnung, die das Honorar für Planungs- und Überwachungsleistungen von Architekten und Ingenieuren in Deutschland regelt. Für Handwerksbetriebe ist sie relevant, da sie den Rahmen der Zusammenarbeit mit Planungsbüros beeinflusst.
Werkvertrag
Der Werkvertrag (§ 631 BGB) ist die rechtliche Grundlage des Handwerks: Der Auftragnehmer verpflichtet sich zur Herstellung eines Werkes (Erfolg), der Auftraggeber zur Zahlung der Vergütung. Der Auftragnehmer haftet für das Ergebnis, nicht nur für sein Bemühen.
Verzug
Verzug liegt vor, wenn eine fällige Leistung nicht erbracht wird und der Schuldner die Verzögerung zu vertreten hat. Im Bauvertrag kann sowohl der Auftragnehmer (Fertigstellungsverzug) als auch der Auftraggeber (Zahlungsverzug) in Verzug geraten.
Mängelmanagement
Mängelmanagement bezeichnet die strukturierte Erfassung, Zuweisung, Verfolgung und Dokumentation von Baumängeln – vom ersten Hinweis bis zur bestätigten Beseitigung. Ziel ist lückenlose Nachvollziehbarkeit für Abnahme, Gewährleistung und Streitfälle.
Abnahmeprotokoll
Das Abnahmeprotokoll ist die schriftliche Aufzeichnung der förmlichen Abnahme einer Bauleistung. Es enthält Datum, Beteiligte, festgestellte Mängel mit vereinbarten Beseitigungsfristen und die Unterschriften beider Parteien.
Bauplan-Verortung (Plan-Pin)
Bauplan-Verortung (auch Plan-Pin) bezeichnet das Einzeichnen von Mängeln, Aufgaben oder Beobachtungen als Markierung direkt auf einem digitalen Bauplan oder Grundriss. Jeder Pin ist mit einem Ticket verknüpft und enthält Koordinaten, Plan-Seite und Bezugspunkt.
Bauzeitenplan
Der Bauzeitenplan (auch Terminplan oder Bauablaufplan) ist eine zeitliche Darstellung aller Bauleistungen, Gewerke und Ressourcen eines Bauvorhabens. Er dient der Koordination, der Terminüberwachung und – im Streitfall – als Nachweis geplanter und tatsächlicher Abläufe.
360°-Baudokumentation (Reality Capture)
360°-Baudokumentation (auch Reality Capture oder SiteView) bezeichnet das vollständige, fotorealistische Erfassen einer Baustelle mit 360°-Kameras oder Laserscannern. Ziel ist eine begehbare digitale Kopie der Baustelle. Dieser Funktionsumfang erfordert Spezialhardware und ist aktuell nicht Teil des BauOffice-Funktionsumfangs.
BIM – Building Information Modeling
BIM (Building Information Modeling) ist eine Methode, bei der ein digitales Gebäudemodell (3D, inkl. Bauteildaten) als zentrale Planungs- und Kommunikationsgrundlage für alle Projektbeteiligten dient. BauOffice unterstützt sowohl 2D-Baupläne (PDF/Bild) als auch IFC-Modelle: Das 3D-Modell lässt sich direkt im Browser ansehen, Mängel darin verorten und per BCF mit Planern austauschen.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA / MFA)
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA, auch MFA – Multi-Faktor-Authentifizierung) ist ein Sicherheitsverfahren, bei dem der Login zusätzlich zum Passwort einen zweiten Faktor erfordert – typischerweise einen zeitbasierten Einmalcode (TOTP) aus einer Authenticator-App. So bleibt ein Account selbst dann geschützt, wenn das Passwort in fremde Hände gerät.
Push-Benachrichtigung
Eine Push-Benachrichtigung ist eine kurze Meldung, die eine App auf dem Smartphone oder im Browser anzeigt – ohne dass die App gerade geöffnet sein muss. In BauOffice informieren Push-Benachrichtigungen über neu zugewiesene Tickets, Statusänderungen und ablaufende Fristen.
Prüfformular / Checkliste
Ein Prüfformular (auch Inspektionsprotokoll oder Prüfprotokoll) ist eine strukturierte Vorlage zur Erfassung von Prüf- und Inspektionsergebnissen. Eine Checkliste enthält Prüfpositionen, die einzeln mit Ja, Nein oder Nicht zutreffend (N.A.) bewertet werden – ergänzt durch Kommentare und Foto-Nachweise.
Gantt-Diagramm
Das Gantt-Diagramm (auch Balkenplan) ist eine grafische Darstellung der zeitlichen Planung von Projekten, Aufgaben oder Einsätzen. Jeder Vorgang wird als horizontaler Balken zwischen Start- und Enddatum auf einer Zeitachse dargestellt. Es ist das Standardwerkzeug der Bauzeitenplanung.
Mängelquote
Die Mängelquote ist eine Kennzahl, die den Anteil offener Mängel oder Tickets an der Gesamtzahl aller erfassten Punkte eines Projekts misst. Sie macht den Qualitätsstand einer Baustelle auf einen Blick ablesbar und hilft, Handlungsbedarf schnell zu erkennen.
Bürgschaft im Bauvertrag
Eine Bürgschaft ist die Verpflichtung eines Dritten (meist Bank oder Versicherung), für eine Verbindlichkeit des Hauptschuldners einzustehen. Im Bauvertrag dienen Bürgschaften zur Absicherung von Vertragserfüllung, Gewährleistung oder Anzahlungen.
E-Rechnung (XRechnung & ZUGFeRD)
Eine E-Rechnung ist eine elektronische Rechnung in einem strukturierten, maschinenlesbaren Datenformat nach der europäischen Norm EN 16931. Eine eingescannte oder einfache PDF gilt nicht als E-Rechnung, weil ihr die strukturierten Daten fehlen.
GAEB – Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen
GAEB steht für den Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen. Der GAEB-Datenaustausch ist der etablierte Standard, um Leistungsverzeichnisse (LV) zwischen Auftraggebern, Planern und ausführenden Betrieben elektronisch auszutauschen.
GAEB X81 – Leistungsbeschreibung
X81 ist die Datenphase 81 des GAEB-Datenaustauschs: die Leistungsbeschreibung. Die Datei enthält die Positionen des Leistungsverzeichnisses, jedoch ohne Preise.
GAEB X82 – Kostenanschlag
X82 ist die Datenphase 82 des GAEB-Datenaustauschs und dient dem Kostenanschlag. Sie wird als DA-XML-Datei zwischen den Beteiligten ausgetauscht.
GAEB X83 – Angebotsaufforderung
X83 ist die Datenphase 83 des GAEB-Datenaustauschs: die Angebotsaufforderung. Sie ist typischerweise die Datei, die ein ausführender Betrieb vom Planer oder Auftraggeber erhält, um darauf ein Angebot abzugeben.
GAEB X84 – Angebotsabgabe
X84 ist die Datenphase 84 des GAEB-Datenaustauschs: die Angebotsabgabe. Es ist die Datei, die der ausführende Betrieb mit seinen Preisen an den Auftraggeber zurückschickt.
GAEB X86 – Auftragserteilung
X86 ist die Datenphase 86 des GAEB-Datenaustauschs: die Auftragserteilung. Sie bildet den Schritt ab, mit dem der Auftraggeber den Zuschlag elektronisch überträgt.
GAEB D83 – Angebotsaufforderung (älteres Format)
D83 ist die Angebotsaufforderung in den älteren GAEB-Formaten GAEB 90 und GAEB 2000. Sie ist der Vorgänger der XML-basierten X-Phasen und wird von älteren Programmen weiterhin erzeugt.
GAEB D84 – Angebotsabgabe (älteres Format)
D84 ist die Angebotsabgabe in den älteren GAEB-Formaten GAEB 90 und GAEB 2000 – das Gegenstück zur D83 und der Vorgänger der XML-basierten X84.
GAEB DA XML
GAEB DA XML ist das XML-basierte Austauschformat des GAEB, verbreitet in den Versionen 3.2 und 3.3. Jede Austauschphase besitzt darin einen eigenen XML-Namensraum.
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