Stundenverrechnungssatz berechnen
Der Satz, den viele Betriebe im Kopf ausrechnen, ist zu niedrig – weil eine Zahl fehlt: der Produktivitätsgrad. Tragen Sie Ihre eigenen Werte ein und sehen Sie, ab wann Sie wirklich kostendeckend arbeiten.
- Lohnkosten inkl. Nebenkosten
- 6.120,00 €
- Vollkosten je Mitarbeiter
- 8.620,00 €
- Verrechenbare Stunden
- 120 h
- Kostendeckender Satz (ohne Gewinn)
- 71,83 €
- Ihr Stundenverrechnungssatz
- 79,02 €
Die Falle: 19,75 € pro Stunde
Wer alle 160 Anwesenheitsstunden für abrechenbar hält, landet bei 59,26 € – und deckt seine Kosten nicht. Nicht abrechenbare Zeit (Fahrten, Rüstzeit, Angebote schreiben, Reklamationen) muss der abgerechnete Satz mittragen.
Hinweis: Der Rechner ist ein Kalkulationsmodell mit Ihren eigenen Zahlen. Er enthält bewusst keine Branchen-Richtwerte, weil diese je Gewerk, Region und Betrieb stark abweichen. Für die steuerliche und betriebswirtschaftliche Bewertung ziehen Sie Ihre Steuerberatung hinzu.
Der Fehler: alle bezahlten Stunden für abrechenbar halten
Die naive Rechnung geht so: Lohnkosten plus Gemeinkosten, geteilt durch die Zahl der bezahlten Stunden, plus Gewinn. Das Ergebnis fühlt sich plausibel an – und ist zu niedrig. Denn niemand rechnet 160 von 160 Stunden ab.
Fahrten zur Baustelle, Rüst- und Räumzeit, Materialbeschaffung, Angebote schreiben, Reklamationen abarbeiten, Wartezeit auf das Vorgewerk: Alles bezahlt, nichts davon berechnet. Diese Stunden müssen die abgerechneten Stunden mittragen. Genau das macht der Produktivitätsgrad sichtbar – und genau deshalb liegt der ehrliche Satz spürbar über dem geschätzten.
Wie Sie Ihren echten Produktivitätsgrad herausfinden
Schätzen ist hier die schlechteste Option, denn fast jeder Betrieb schätzt zu hoch. Der Wert ergibt sich aus einer einfachen Gegenüberstellung: erfasste Arbeitszeit gegen tatsächlich abgerechnete Zeit, projektbezogen über einige Monate.
Genau dafür ist die projektbezogene Zeiterfassung da: Wenn jede Stunde auf einem Projekt landet, zeigt die Nachkalkulation schwarz auf weiß, welcher Anteil abrechenbar war. Damit wird aus dem Bauchgefühl eine Zahl – und aus dem Stundensatz eine belastbare Kalkulation.
Häufige Fragen
Warum ist mein Stundensatz höher als der Lohn plus Aufschlag?
Weil nicht jede bezahlte Stunde abrechenbar ist. Fahrzeiten, Rüstzeiten, Angebote schreiben, Materialbeschaffung, Reklamationen und Leerlauf werden bezahlt, aber nicht berechnet. Diese Zeit muss über die abgerechneten Stunden mitverdient werden – sonst arbeiten Sie unter Kosten.
Was ist der Produktivitätsgrad?
Der Anteil der bezahlten Anwesenheitszeit, der tatsächlich einem Kunden in Rechnung gestellt wird. Wer 160 Stunden bezahlt und 120 Stunden abrechnet, hat einen Produktivitätsgrad von 75 %. Genau diese Kennzahl entscheidet über Ihren Stundensatz – und genau sie kennen die wenigsten Betriebe.
Welche Gemeinkosten muss ich einrechnen?
Alles, was nicht direkt einem Auftrag zugeordnet ist, aber anfällt: Fahrzeug samt Versicherung und Sprit, Werkzeug und Maschinen, Büro und Verwaltung, Versicherungen, Beiträge, Software, Weiterbildung. Teilen Sie diese Summe durch die Zahl der gewerblichen Mitarbeiter.
Warum nennt der Rechner keine Branchen-Richtwerte?
Weil sie je Gewerk, Region und Betriebsgröße stark abweichen und ein fremder Durchschnittswert Ihre Kalkulation eher verfälscht als stützt. Der Rechner arbeitet ausschließlich mit Ihren Zahlen. Für die betriebswirtschaftliche Bewertung ziehen Sie Ihre Steuerberatung hinzu.
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