Leistungsverzeichnis (LV) erstellen und verwalten
Das Leistungsverzeichnis ist der rote Faden Ihres Auftrags: Aus dem LV entstehen Angebot, Preisspiegel, Aufmaß, Nachtrag und Abrechnung – ohne ein separates AVA-Programm daneben zu betreiben.
Das LV als eigenständiges Objekt – nicht als Nebenprodukt des Angebots
In vielen Betrieben existiert das Leistungsverzeichnis nur als Excel-Tabelle oder als Positionsliste, die im Angebot improvisiert wird. Sobald sich etwas ändert, gibt es plötzlich mehrere Wahrheiten: eine im Angebot, eine im Aufmaß, eine in der Rechnung. In BauOffice ist das LV ein eigenständiger Datensatz mit Titeln, Positionen, Mengen und Einheiten – strukturiert, versioniert und dem Projekt beziehungsweise Kunden zugeordnet.
Daraus folgt der entscheidende Vorteil: Angebot, Aufmaß, Nachtrag und Rechnung greifen auf dieselbe Positionsstruktur zu. Die Ordnungszahl (OZ) bleibt über den gesamten Auftrag hinweg dieselbe, sodass jede Menge und jeder Preis eindeutig einer Position zugeordnet werden kann – von der Ausschreibung bis zur Schlussrechnung.
GAEB-Austausch: X81 bis X86, DA-XML 3.2 und 3.3
GAEB ist der Standard, mit dem Architekten, Planer und öffentliche Auftraggeber Leistungsverzeichnisse austauschen. BauOffice liest und schreibt die relevanten Austauschphasen: X81 (Leistungsbeschreibung), X82 (Kostenanschlag), X83 (Angebotsaufforderung), X84 (Angebotsabgabe) und X86 (Auftragserteilung). Der Parser versteht sowohl DA-XML 3.2 als auch 3.3; die Zielversion beim Export ist wählbar.
Wichtig ist dabei die Schema-Konformität: Jede GAEB-Phase trägt ihren eigenen Namensraum, und Versionsangaben folgen exakt der offiziellen Spezifikation. Ein validierender Parser auf der Planerseite verwirft Dateien, die das nicht einhalten – die Datei kommt dann kommentarlos zurück, oft kurz vor Submissionsschluss. BauOffice erzeugt Dateien, die gegen die offiziellen Phasen-XSDs belegt sind.
Muster-LVs und eigene Textbausteine
Viele Betriebe schreiben im Kern immer wieder dasselbe Leistungsverzeichnis – für die Badsanierung, den Dachausbau oder die Elektroinstallation im Neubau. Deshalb lässt sich jedes LV als Vorlage markieren und per Klick klonen. Beim Klonen erhält das neue LV eine eigene Nummer, und die Zuordnung zu Kunde und Projekt wird bewusst gelöst: Eine Vorlage gehört dem Betrieb, nicht einem alten Auftrag.
Ergänzend pflegen Sie eigene Textbausteine – wiederverwendbare Positionstexte, die Sie einmal sauber formulieren und danach überall einsetzen. Bewusst nicht enthalten sind kostenpflichtige Fremd-Textdatenbanken wie STLB-Bau oder SIRADOS: Diese müssten Sie separat lizenzieren, und wir bauen keine Abhängigkeit ein, die Sie nicht bestellt haben.
Positionen aus CSV oder Excel importieren – ohne stille Datenfehler
Kommt das Leistungsverzeichnis nicht als GAEB-Datei, sondern als Tabelle vom Auftraggeber, importieren Sie die Positionen aus CSV, TSV oder direkt aus einer Excel-Datei (XLSX). Die Excel-Datei wird ohne Umweg über „Speichern als CSV" gelesen: BauOffice nimmt das erste sichtbare Tabellenblatt und löst dabei die Dezimal-Falle zwischen dem Punkt im XLSX-Format und der deutschen Tausendergruppierung sauber auf. Die Spaltenzuordnung wird anhand der Kopfzeile vorgeschlagen, bleibt aber jederzeit überschreibbar – denn keine zwei Auftraggeber benennen ihre Spalten gleich. Vor der Übernahme sehen Sie eine Vorschau.
Ein Detail, das über Geld entscheidet: Eine Menge, die sich nicht sauber lesen lässt, wird niemals stillschweigend zu 0. Die betroffene Zeile wird übersprungen und Ihnen mit Zeilennummer und Grund gemeldet. Eine stille Null wäre eine Position, die Sie kostenlos erbringen – genau der Fehler, den man erst bei der Schlussrechnung bemerkt.
Vom LV zum Angebot, zum Aufmaß und zur Rechnung
Der eigentliche Nutzen entsteht erst in der Kette: Aus dem LV kalkulieren Sie das Angebot. Aus denselben Positionen entstehen die Aufmaße auf der Baustelle. Wird zusätzlich gearbeitet, erzeugen Sie den Nachtrag direkt aus den LV-Positionen – mit klarem Bezug zum Hauptauftrag. Und die Rechnung rechnet gegen dieselbe Struktur ab.
Das Leistungsverzeichnis steht dabei nicht nur im Büro zur Verfügung, sondern ist auch mobil einsehbar. Wer auf der Baustelle aufmisst, sieht, gegen welche Position er misst – statt Mengen einer Position zuzuordnen, die er aus dem Gedächtnis rekonstruiert.
Häufige Fragen
Welche GAEB-Formate unterstützt BauOffice?
BauOffice liest und schreibt die Austauschphasen X81 (Leistungsbeschreibung), X82 (Kostenanschlag), X83 (Angebotsaufforderung), X84 (Angebotsabgabe) und X86 (Auftragserteilung). Der Parser versteht DA-XML 3.2 und 3.3; die Zielversion beim Export ist wählbar. Die Dateien sind gegen die offiziellen Phasen-XSDs belegt.
Kann ich wiederkehrende Leistungsverzeichnisse als Vorlage speichern?
Ja. Jedes LV lässt sich als Vorlage markieren und klonen. Das geklonte LV erhält eine eigene Nummer; die Zuordnung zu Kunde und Projekt wird gelöst, denn eine Vorlage gehört dem Betrieb und nicht einem alten Auftrag. Zusätzlich können Sie eigene, wiederverwendbare Positionstexte als Textbausteine pflegen.
Sind STLB-Bau oder SIRADOS enthalten?
Nein. Das sind kostenpflichtige Textdatenbanken von Drittanbietern, die separat lizenziert werden müssen. BauOffice bringt stattdessen eigene, frei pflegbare Textbausteine mit – ohne dass Sie eine Lizenz erwerben müssen, die Sie nicht bestellt haben.
Was passiert beim CSV- oder Excel-Import mit fehlerhaften Zeilen?
Unabhängig davon, ob Sie CSV, TSV oder eine Excel-Datei (XLSX) importieren: Eine Menge, die sich nicht sauber lesen lässt, wird nicht stillschweigend zu 0. Die Zeile wird übersprungen und mit Zeilennummer und Grund gemeldet. Vor der Übernahme sehen Sie eine Vorschau, und die vorgeschlagene Spaltenzuordnung lässt sich jederzeit überschreiben.
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