Plan-Aufmaß: Mengen direkt am Bauplan ermitteln
Kalibrieren, abgreifen, übernehmen: Aus dem Bauplan wird die Menge, gegen die Sie kalkulieren und abrechnen – statt Maßstabslineal, Taschenrechner und abgetippter Zwischenliste.
Die Brücke vom Plan zur Menge
Pläne, Aufmaß, Leistungsverzeichnis und Abrechnung lagen in BauOffice schon immer in einem System – aber zwischen Plan und Menge klaffte eine Lücke. Genau die schließt das Plan-Aufmaß: Sie kalibrieren ein Blatt einmal, indem Sie eine bemaßte Strecke anklicken und ihre reale Länge eintragen. Danach kennt die Seite ihren Maßstab, und jede Strecke, Fläche und Anzahl, die Sie darauf abgreifen, ist eine echte Menge in Metern, Quadratmetern oder Stück.
Während Sie zeichnen, läuft die Menge live mit. Passt sie, übernehmen Sie sie mit „Als Aufmaß übernehmen" – die Position landet im Aufmaß, wird gegen die Ordnungszahl des Leistungsverzeichnisses gebucht und läuft von dort in Angebot, Nachtrag und Rechnung. Kein zweites Abtippen, keine Zwischenliste, die niemand mehr nachvollziehen kann.
Kalibrierung, die ehrlich bleibt
Der Maßstab wird je Planversion und Seite gespeichert – und bewusst nicht auf eine neue Version übernommen. Das ist eine Entscheidung gegen die bequemere Variante: Ein neuer Planstand kann anders skaliert, beschnitten oder gedreht ausgegeben sein. Würde die alte Kalibrierung stillschweigend weitergelten, bekämen Sie plausibel aussehende, aber falsche Mengen. Lieber einmal neu kalibrieren als einmal falsch abrechnen.
Enthält ein Blatt mehrere Maßstäbe – etwa Grundriss und Detailschnitt nebeneinander –, hinterlegen Sie mehrere Kalibrierungen je Seite und wählen beim Messen die passende aus. Welcher Maßstab einer Messung zugrunde lag, bleibt am Aufmaß gespeichert.
Öffnungen umfahren, Volumen rechnen – nach VOB/C
Fenster, Türen und Aussparungen umfahren Sie direkt am Plan. Ob eine Öffnung tatsächlich abgezogen oder nach VOB/C übermessen wird, entscheidet dann nicht das Bauchgefühl, sondern die ATV-Schwelle des jeweiligen Gewerks – dieselbe Regel, die auch beim klassischen und beim Foto-Aufmaß greift. Brutto-Fläche und Abzüge stehen getrennt, jede Öffnung ist als eigene Zeile erkennbar.
Aus einer Planfläche wird über eine Höhe zusätzlich ein Volumen in Kubikmetern. Der Öffnungsabzug am Volumen bleibt bewusst aus: Er bräuchte die Wandstärke, die der Grundriss nicht hergibt. Statt eine Zahl zu erfinden, rechnet BauOffice hier lieber nicht – und sagt es Ihnen.
Anmerken, vergleichen, ordnen
Rund um das Messen liegt die übrige Planarbeit. Mit den Anmerkungen zeichnen Sie Rechteck, Ellipse, Linie, Pfeil, Freihand und Text auf den Plan – aus einer Markierung wird per Klick eine Aufgabe samt Pin an derselben Stelle. Wiederkehrende Werkzeuge hinterlegen Sie als Werkzeugkasten je Gewerk, damit nicht jeder Bauleiter seine eigene Farb- und Strichlogik erfindet. Beim Wechsel auf eine neue Planversion wandern die Anmerkungen mit, so wie es die Pins schon tun.
Der Revisionsvergleich legt zwei Planstände farbig übereinander: Alt in Rot, Neu in Blau, Unverändertes dunkel – auf einen Blick sichtbar, was der Planer geändert hat. Für dicke Planpakete vergleicht der Stapelvergleich alle gemeinsamen Seiten und sortiert sie nach Abweichung, damit Sie mit der auffälligsten anfangen. Das Ergebnis lässt sich als Bild exportieren oder als Bericht drucken. Und mit Plansätzen fassen Sie Pläne zu benannten, geordneten Zusammenstellungen zusammen und ziehen daraus eine Planliste als PDF.
Auch auf der Baustelle
Das Plan-Aufmaß endet nicht am Bürotisch. In der Feld-App messen Sie am selben Plan Strecke, Fläche und Anzahl ab und wählen dabei aus den Maßstäben, die im Büro gesetzt wurden. Kalibrieren, Öffnungen und Volumen bleiben bewusst dem Büro vorbehalten – das sind die Schritte, bei denen ein Fehltipper auf dem Handy teuer wird.
Die Übernahme läuft über dieselbe offline-fähige Warteschlange wie jedes andere Feld-Aufmaß: Ohne Empfang wird die Menge lokal berechnet und gespeichert und geht später von selbst raus. Woher eine Menge stammt, zeigt in beiden Anwendungen ein Herkunfts-Zeichen am Aufmaß – Plan, Foto oder von Hand.
Häufige Fragen
Welche Pläne kann ich für das Aufmaß nutzen?
Die Pläne, die ohnehin im Projekt liegen. Das Blatt muss einmal kalibriert werden – dafür genügt eine bemaßte Strecke, deren reale Länge Sie kennen. Ein hinterlegter Maßstab in der Plankopfzeile ist nicht nötig, denn gerade der stimmt nach Ausdruck und erneutem Scannen häufig nicht mehr.
Wie genau ist eine am Plan abgegriffene Menge?
So genau wie der Plan und Ihre Kalibrierung. Deshalb wird der Maßstab an einer bemaßten Strecke gesetzt statt geraten, und deshalb gilt eine Kalibrierung nur für die Planversion und Seite, an der sie entstanden ist. Für Abrechnungsmengen bleibt das Plan-Aufmaß eine Ermittlung am Plan – die Prüfung am Bauwerk ersetzt es nicht.
Kann ich Plan-Aufmaß mit Foto-Aufmaß in einer Position mischen?
Nein, und das ist Absicht. Eine Aufmaßposition hat genau eine Mengenquelle: von Hand, per Foto, am Plan oder aus der Punktwolke. Sonst wäre am Ende nicht mehr feststellbar, woher die Zahl kommt. Erlaubt ist dagegen die Kombination aus Plan-Fläche und manuell erfassten VOB/C-Öffnungen.
Überstehen Anmerkungen einen neuen Planstand?
Ja. Anmerkungen werden auf die neue Version übernommen – genau wie die Aufgaben-Pins. Löschen Sie die verknüpfte Aufgabe, bleibt die Zeichnung trotzdem erhalten: Die Markierung auf dem Plan hat ihren eigenen Wert.
Erkennt BauOffice Symbole oder Texte im Plan automatisch?
Nein. Eine automatische Symbol- oder Texterkennung ist bewusst nicht enthalten. Was gemessen wird, greifen Sie selbst ab – nachvollziehbar und ohne dass eine Erkennung stillschweigend danebenliegt.
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