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Aufmaß per Foto: Mengen aus dem Bild ermitteln

Wand fotografieren, Fenster und Türen im Bild umfahren – die Menge entsteht daraus. Ob eine Öffnung abgezogen oder übermessen wird, entscheidet die VOB/C-Regel, nicht das Bauchgefühl.

Messen, wo gemessen wird – am Bild statt am Zollstock

Das klassische Aufmaß bindet zwei Hände und einen Zettel: messen, notieren, später im Büro abtippen. Beim Foto-Aufmaß fotografieren Sie die Fläche, geben einen bekannten Bezug an – etwa eine gemessene Referenzstrecke im Bild – und markieren die Fläche direkt auf dem Foto. Die Menge wird daraus berechnet.

Das Foto bleibt dabei als Referenzbild am Aufmaß gespeichert. Es ist damit nicht nur Rechengrundlage, sondern gleichzeitig Nachweis: Wer später fragt, wie eine Menge zustande kam, sieht das Bild samt eingezeichneter Messung – und muss sich nicht auf eine Zahl auf einem Zettel verlassen.

Fenster und Türen einfach umfahren

Der mühsamste Handgriff bei der VOB/C-Erfassung war bisher: Die Wandfläche ließ sich am Foto messen, die Fenster und Türen musste man aber als Breite × Höhe von Hand abtippen. Genau das entfällt. Sie umfahren die Öffnung im selben Foto, geben ihr optional eine Bezeichnung und eine Anzahl – einmal umfahren, mal drei für drei baugleiche Fenster.

Die Öffnungsfläche wird über dieselbe metrische Abbildung berechnet wie die Bruttofläche, ist also im gleichen Maßstab. Vor dem Speichern sehen Sie eine Live-Vorschau: die Bruttofläche, jede Öffnung einzeln, und die daraus resultierende Abrechnungsmenge. Ein praktischer Hinweis, den die Oberfläche auch gibt: Umfahren wird die Öffnung in der Wandebene – nicht die tief in der Laibung sitzende Fensterscheibe, die läge in einer anderen Ebene und würde zu klein gemessen.

Abziehen oder übermessen? Das entscheidet die VOB/C

Ein umfahrenes Fenster liefert zunächst nur eines: seine Fläche. Ob diese Fläche von der Wandfläche abgezogen wird oder ob die Öffnung übermessen – also nicht abgezogen – wird, entscheidet weiterhin die Regel der VOB/C mit ihren Bagatellgrenzen. Ein kleines Fenster unterhalb der Schwelle wird korrekt übermessen, ein großes wird abgezogen.

Das ist der entscheidende Punkt für Ihre Abrechnung: Die Software rechnet nicht einfach alles ab, was Sie eingezeichnet haben, sondern wendet die Abrechnungsregel an. Damit verschenken Sie keine berechtigten Mengen und stehen zugleich auf sicherem Boden, wenn der Auftraggeber das Aufmaß prüft. In der Positionsliste ist jede Abzugszeile sichtbar – und erkennbar, ob sie aus dem Foto stammt oder von Hand ergänzt wurde.

Wenn das Foto fehlt oder ausgetauscht werden muss

Auf der Baustelle ist das Funkloch der Normalfall, nicht die Ausnahme. Schlägt der Upload des Referenzfotos fehl, entsteht kein stilles Loch: Das Aufmaß zeigt sichtbar den Zustand „Referenzfoto fehlt", und Sie können es später nachreichen. Beim Nachreichen prüfen sowohl die Web- als auch die mobile App die Pixelmaße des neuen Bildes gegen die gespeicherten Messpunkte und warnen bei Abweichung – ein Foto anderer Auflösung würde die Punkte sonst lautlos an die falsche Stelle legen und einen Nachweis erzeugen, der plausibel aussieht und falsch ist.

Ebenso lässt sich ein Referenzfoto bewusst ersetzen, etwa wenn das erste unscharf war. Weil das neue Bild einen anderen Pixelraum hat, werden die Messpunkte dabei zurückgesetzt – ein bestätigter Schritt, keine stille Umrechnung. Name, Notiz und die Zuordnung zur LV-Position bleiben erhalten.

Ehrlich bleiben: Foto-Mengen sind Schätzmengen

Eine per Foto ermittelte Menge entsteht aus Pixelgeometrie. Sie ist damit nachvollziehbar – das Foto mit den eingezeichneten Punkten liegt bei –, aber sie ist nicht im klassischen Sinne nachrechenbar wie eine Formel „Länge × Breite". Diesen Unterschied verschweigen wir nicht.

Beim Export der Mengenermittlung nach REB 23.003 gehen Foto-Aufmaße deshalb ausdrücklich als Schätzmenge ein und werden entsprechend gekennzeichnet. Eine rückgerechnete „L × B"-Formel wäre bequemer – aber sie wäre eine Fälschung des Rechenwegs. Wenn Sie für eine Position einen vollständig nachrechenbaren Ansatz brauchen, erfassen Sie sie klassisch mit Maßen; für alles andere ist das Foto-Aufmaß schneller und genauer als der Zettel in der Jackentasche.

Häufige Fragen

Wie genau ist ein Aufmaß per Foto?

Die Genauigkeit hängt von der Referenz und der Aufnahme ab: Sie geben eine bekannte Strecke im Bild an, über die der Maßstab hergestellt wird. Öffnungen werden über dieselbe metrische Abbildung berechnet wie die Bruttofläche, liegen also im selben Maßstab. Wichtig ist, die Öffnung in der Wandebene zu umfahren und nicht die tief in der Laibung sitzende Scheibe – darauf weist die Oberfläche auch hin.

Werden Fenster automatisch abgezogen?

Nicht automatisch – sondern regelkonform. Das umfahrene Polygon liefert die Fläche der Öffnung; ob abgezogen oder übermessen wird, entscheidet die VOB/C-Schwelle. Ein Fenster unter der Bagatellgrenze wird korrekt übermessen, ein größeres abgezogen. Vor dem Speichern sehen Sie Bruttofläche, jede Öffnung und die resultierende Abrechnungsmenge.

Funktioniert das Foto-Aufmaß auch offline?

Ja. Die Erfassung funktioniert auf der Baustelle auch ohne Empfang. Schlägt der Upload des Referenzfotos fehl, zeigt das Aufmaß sichtbar den Zustand „Referenzfoto fehlt", und Sie können das Bild später nachreichen – statt einen Nachweis ohne Grundlage zurückzulassen.

Kann ich ein Foto-Aufmaß für die REB-Mengenermittlung verwenden?

Ja, aber ehrlich gekennzeichnet: Foto-Mengen entstehen aus Pixelgeometrie und sind nicht wie eine Formel nachrechenbar. Beim Export nach REB 23.003 gehen sie deshalb ausdrücklich als Schätzmenge ein. Wenn Sie für eine Position einen vollständig nachrechenbaren Ansatz benötigen, erfassen Sie sie klassisch mit Maßen.

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