Stundenverrechnungssatz
Der Stundenverrechnungssatz (SVS) ist der Preis, den ein Handwerksbetrieb für eine Arbeitsstunde berechnet. Er muss alle Kosten des Betriebs decken und einen angemessenen Gewinn enthalten.
Bestandteile des Stundenverrechnungssatzes
Der SVS setzt sich zusammen aus: Lohnkosten (Bruttolohn + Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung + Urlaubsgeld + Zuschläge), Gemeinkosten (anteilig: Miete, Fahrzeuge, Versicherungen, Verwaltung, Werkzeuge) sowie einem Gewinnaufschlag.
Formel vereinfacht: SVS = (Gesamtkosten pro Jahr) / (produktive Jahresstunden). In der Praxis liegen die SVS je nach Gewerk und Region zwischen 45 und 90 Euro netto pro Stunde.
Warum eine korrekte Kalkulation entscheidend ist
Viele Handwerksbetriebe kalkulieren ihren SVS zu niedrig, weil nicht alle Kosten vollständig eingerechnet werden. Besonders unterschätzt werden häufig: Zeiten für Materialbesorgung, Fahrtzeiten, Werkzeugverschleiß und Verwaltungsaufwand. Ein zu niedriger SVS führt mittelfristig zu Verlusten – auch wenn die Auftragslage gut ist.
Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung des SVS – mindestens jährlich – ist daher unerlässlich.
SVS und Nachkalkulation
In der Nachkalkulation wird überprüft, ob der angesetzte SVS tatsächlich kostendeckend war. Wenn Projekte trotz guter Auslastung kaum Gewinn abwerfen, liegt oft ein zu niedrig angesetzter SVS oder eine fehlerhafte Zeiterfassung vor. Digitale Projektverwaltung hilft, tatsächliche Arbeitsstunden den einzelnen Projekten zuzuordnen.
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